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    Sind frauenfreundliche Finanzprodukte eine Notwendigkeit?

    I am back! Und wage es darum, in diesem Beitrag die Gretchenfrage zu stellen: Brauchen Frauen unbedingt frauenfreundliche Anlageprodukte aka weibliche Finanzberaterinnen? Eine Finanzexpertin gibt hierzu einen spannenden Input und ich meine Margareten, ähm, Senf dazu.

    Warnung: Potenziell sensible Inhalte

    Vorsicht, liebe Leser/innen, der folgende Bericht handelt von einer Nahtoderfahrung, möglicher Gier, Macht und von Geld – vor allem Finanzberater/innen und -Unternehmer/innen könnte die Lektüre verstören.

    Zur Sache also: Wie Sie bestimmt bemerkt haben, war ich die vergangenen Monate ziemlich still auf diesem Blogformat. Die Ursache: Ich habe mir das Genick gebrochen. Genauer: Den zweiten Halswirbel, weshalb diese oft tödlich endende Verletzung in Fachkreisen auch als Hangman’s Fracture bekannt ist. Die ganze Story drumherum, möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen. Sollte es Sie allerdings trotzdem gerne interessieren, können Sie meine Geschichte gerne nachlesen.

    Das Wichtigste jedoch ist: I am back und I AM ALIVE! Zudem hatte ich während dieser doch langwierigen Rekonvaleszenzphase auch die Gelegenheit, mich intensiver als sonst mit existenziellen Fragen auseinander zu setzen. Neben Rechtsangelegenheiten, waren bei mir insbesondere Unfallversicherungs-Kosten bzw. deren Deckung ein grosses Thema. Denn, dauert eine Arbeitsunfähigkeit länger als drei Monate an, kann es vorkommen, dass die jeweilige Unfallversicherung sich mit den Betroffenen in Verbindung setzt. Mit der Absicht zu überprüfen, ob den Betroffenen noch weitere Behandlungskosten zustehen. Oder eben nicht, falls es sich bei der jeweiligen Rekonvaleszenzdauer irgendwann um Fake handelt. 

    Ein No-Go: Unempathische Kommunikation

    In meinem Fall natürlich nicht. Ich bitte Sie: Diagnose Genickbruch. Hallo?!? Anyways, vor einigen Wochen hat mich ein sogenannter Aussendienst-Mitarbeiter der für meinen Fall verantwortlichen Unfallversicherung, von einer mir unbekannten Mobile-Nummer kontaktiert. Und sich selbst, wortwörtlich, auf einen Kaffee-Plausch bei mir zu Hause eingeladen hat, um meinen gesundheitlichen Zustand abzuchecken. Als ich sein Angebot netterweise abgeschlagen, stattdessen aber um die Einschätzung einer Person mit medizinischem Background gebeten habe, war jener Herr definitely not amused. Und hat mir sogar quasi durch die Blume mit einer Beendigung der oben erwähnten und weiteren Kostenübernahme zu meinem Schadensfall gedroht. Ein Skandal, finde ich! Und das hat nicht dringend mit dem Geschlecht jener Person zu tun. Aber trotzdem: Warum soll ich einen mir unbekannten Mann einfach bei mir zum Kaffee einladen und mich von ihm auf Herz und Nieren prüfen lassen? Oidaaa!!! Wie die Wiener so schön zu so einer absurden Situation sagen.
     


    Sind weibliche (Finanz-)Beraterinnen wirklich besser?

    Nur logisch, habe ich mir im Anschluss des oben beschriebenen Gespräches Gedanken über die Kommunikation zwischen Mann und Frau gemacht. Hätte ich anders reagiert, wenn eine Frau mich kontaktiert hätte? Oder hätte der Mann einfach konstruktiver auf mich eingehen und Empathie für meine Situation zeigen müssen? Absolut. Womit wir schliesslich bei des Pudels Kern angelangt sind. Schliesslich findet eine solche Misskommunikation leider auch immer wieder im Finanz- und Bankwesen statt. Vor allem dann, wenn Frau sich für Geldanlagen zu interessieren beginnt. Und wird dann, vom (meist) männlichen Gegenüber, nicht wirklich ernst genommen. I feel you, sisters!

    Kein Wunder also, schiessen seit einigen Jahren so viele speziell auf Frauen ausgerichtete Zertifikate, Finanzunternehmen, weibliche Finanzexpert/innen und -Blogger/innen wie Pilze aus dem Boden. Moi inklusive. Ganz im Sinne des mittlerweile fast schon famosen Hashtags #GeldistFrauensache! Das finde ich, einerseits, eine sehr, sehr gute Sache. Andererseits umtreibt mich persönlich hier die Frage, ähnlich wie damals beim Greenwashing in Sachen Finanzen, ob es hier nicht eher um eine weitere Form von Marketing (ein Schelm, wer hier Böses denkt!), Selbstbereicherung, Gier und Macht statt Empowerment geht. Anders formuliert: Brauchen wir Frauen tatsächlich extra auf uns abgestimmte Finanzprodukte und können wir nur noch weiblichen Finanzberaterinnen vertrauen?

    Logisch habe ich hierzu meine Finanz-Schätzis befragt. Sie finden: Ob ein Mann oder eine Frau an Finanzen interessierte Frauen beratet, ist irrelevant. Wichtig ist, ob die Berater/innen Empathie und Fachwissen haben. Und das hat man nur, wenn man sich das Wissen hierzu über langjährige Erfahrung und Tätigkeit in der Branche erworben hat. Ma certo. Volle Transparenz: Wie Sie alle wissen, handelt es sich bei meinen Finanz-Schätzis um Männer. Und, weil ich trotz obiger Gretchenfrage eine Feministin bin und mich vollkommen für Gleichberechtigung einsetze, habe ich hierzu auch eine Finanzexpertin befragt.
     

    «Frauen müssen beim Thema Finanzen ernst genommen und respektiert werden»

    Auftritt Corinne Brecher: Die Expertin für Geld & Börse, Betriebsökonomin FH, Unternehmerin und Mama hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass Frauen in Zukunft offener und häufiger über Geld sprechen. Brecher selbst dazu: «Geldanlage muss für Frauen so selbstverständlich werden, wie es doch für viele Männer bereits ist.»


    Dito. So geht Gleichberechtigung. Und was meine Gretchenfrage nach spezifischen Finanzprodukten für Frauen aka weibliche (Finanz-)Berater:innen betrifft, so lautet Corinne Brechers Feedback dazu wie folgt: «Die Genderfrage sollte hier nicht gestellt werden – bestenfalls sollte es einen guten Mix aus weiblichen und männlichen Berater:innen geben, die die Bedürfnisse der Frauen besser abholen und ihnen Lösungen anbieten, die auf deren jeweilige Lebenssituation eingehen.» 

    Sie führt weiter aus: «Beratungen auf Banken oder bei Finanzunternehmen müssen menschlicher und nicht von oben herab geführt werden. Frauen wollen und müssen insbesondere beim Thema Finanzen ernst genommen und respektiert werden.» Ansonsten würde die Stereotypisierung vom eiskalten Versicherungsbroker (Oh, hi Mark Hanna aka Matthew McConaughey) und damit die Angst beziehungsweise die Scham der Frauen, sich mit Finanzen auseinanderzusetzen wohl kaum aus der Welt geschafft werden können.

    Auf komplizierten und teils selbstbeweihräuchernden Fachjargon sei darum absolut zu verzichten: «Es braucht eine klare und transparente Kommunikation», so Brecher. Auch hinsichtlich Finanzprodukten: «Frauen wünschen sich keine Spezialprodukte in Sachen Finanzen. Das hat auch die «annajetzt»-Studie ergeben. Statt einer Extra-Behandlung wünschen wir Frauen uns Transparenz und Anlage-Produkte, hinter denen wir voll und ganz stehen können.»
     

    Klare Kommunikation, Transparenz und Empathie

    Oder anders gesagt: Können die Berater:innen an Investitionen interessierten Frauen helfen, das jeweilige Produkt genau zu verstehen («Was genau kaufe ich hier?») und Auskunft über dessen Zusammensetzung («Ist es nachhaltig?») und die Investition auch nachvollziehbar begründen («Warum soll ich dieses Produkt kaufen?»), dann brauchen Frauen keine Sonderbehandlung mit Finanzprodukten, findet Brecher. Wow, was für ein langer, aber wahrer Satz!

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wir Frauen brauchen keine Sonderbehandlung. Wir brauchen klare Kommunikation, Transparenz, Empathie und wollen von Bankern, egal ob Frau oder Mann, auf Augenhöhe behandelt werden. Gleichberechtigung geht nämlich alle an. Punkt. Wer ein Problem damit hat, kann mir gerne schreiben.

    Hier noch der Soundtrack zu diesem Beitrag:

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