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    Was ist die berufliche Vorsorge?

    Die berufliche Vorsorge ist eine Versicherung und soll gewährleisten, dass der bisherige Lebensstandard im Alter fortgesetzt werden kann.

    Die Altersvorsorge in der Schweiz basiert auf dem Drei-Säulen-Prinzip; der staatlichen, beruflichen und privaten Vorsorge. Die berufliche Vorsorge, auch BVG genannt, bildet die zweite Säule unseres Versicherungssystems. Sie strebt das Ziel an, zusammen mit der ersten Säule, ein Renteneinkommen von zirka 60 Prozent des letzten Lohnes zu erreichen. Bei vielen Menschen reichen aber die ersten beiden Säulen nicht aus, um den gewünschten Lebensstil im Alter weiterzuführen. Um diese Lücke zu schliessen, gibt es ergänzend die private Vorsorge: Die dritte Säule. 


    Was ist der Unterschied zwischen der beruflichen und der privaten Vorsorge?

    Die berufliche Vorsorge ist obligatorisch für Angestellte mit einem Bruttolohn von über 21'330 Franken pro Jahr. Bei der privaten Vorsorge (dritte Säule) können Sie frei wählen, ob, wieviel und wann Sie einzahlen. Die berufliche Vorsorge wird Ihnen in Form einer lebenslangen Rente, einer einmaligen Kapitalauszahlung oder in einer Mischform ausgezahlt. Bei der privaten Vorsorge sparen Sie einen fixen Betrag an, den Sie sich nach der Pensionierung auszahlen lassen können (systematischer Vermögensverzehr, den Sie nach der Pensionierung sukzessive für die mögliche Budgetlücke verwenden können).   


    Seit wann gibt es die berufliche Vorsorge?

    Die berufliche Vorsorge wurde in den 70ern geschaffen: Das Drei-Säulen-Konzept wurde 1972 in Art. 34quarter der Bundesverfassung verankert. Dabei wurde die Pensionskasse als zweite Säule integriert und als Ergänzung zur ersten Säule für Angestellte obligatorisch. Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) wurde am 1. Januar 1985 in Kraft gesetzt und führte eine gesetzlich garantierte Minimalvorsorge ein.


    Wie funktioniert die berufliche Vorsorge in der Schweiz?

    Angestellte zahlen obligatorisch in die berufliche Vorsorge ein. Über ihren Arbeitgeber sind sie einer Pensionskasse angeschlossen, wo sie ein persönliches Konto besitzen. Sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bezahlen monatlich einen Beitrag auf dieses persönliche Konto ein. Die Höhe des Betrags hängt vom Lohn, Alter und vom Vorsorgeplan des Auftraggebers ab, wobei es Minimumstandards gibt, die im Rahmengesetz definiert sind (siehe Grafik weiter unten). Der Arbeitgeber kümmert sich um den Pensionskassenanschluss des Personals. 

    > Mehr zum Thema: «Wie funktioniert die zweite Säule in der Schweiz?» (Blogpost)


    Wer ist versichert?

    Angestellte sind ab dem 1. Januar in dem Jahr, in welchem sie 18 Jahre alt werden, in der Pensionskasse versichert. Sie sind aber bis Vollendung des 24. Altersjahr nur gegen die Risiken Tod und Invalidität versichert. Ab 1. Januar in dem Jahr, in welchem sie 25. Jahre werden, sind sie auch zusätzlich für die Altersleistung versichert.

    Versichert sind alle Angestellten, die bereits in der ersten Säule versichert sind und mindestens CHF 21'330 (Stand: 2019/2020) verdienen, also die Eintrittsschwelle der Pensionskasse überschreiten. Diese errechnet sich aus der Formel: Maximale Jahresvollrente der AHV (Stand: 2019/2020: 28 440) multipliziert mit 0,75. Dieser Lohn markiert die Eintrittsschwelle in das Obligatorium der Pensionskasse.


    Was machen Pensionskassen mit Ihrem BVG-Geld?

    Das Unternehmen, also der Arbeitgeber, ist verpflichtet, die Mitarbeitenden in einer Vorsorgeeinrichtung (umgangssprachlich: Pensionskasse) anzumelden. Die Rechte und Pflichten zwischen dem Arbeitgeber und den Versicherten sind in einem Vorsorgereglement festgehalten. Die Firma überweist während dem Arbeitsverhältnis den BVG-Beitrag vom Lohn an die Pensionskasse. Die Pensionskasse führt genau Buch darüber, wie viel Geld für jeden einzelnen Mitarbeitenden zusammen gekommen ist. Das eingezahlte Geld verwendet die Pensionskasse, um ihren Verpflichtungen gegenüber den Versicherten nachzukommen, nämlich ein Einkommen an die Mitarbeitenden auszuzahlen, die nicht mehr arbeiten.


    Wie gut ist man versichert?

    Das Rahmengesetz schreibt ein Minimum vor, welches für alle versicherten Personen gilt. Viele Arbeitgeber schliessen für das Personal aber Vorsorgepläne ab, welche über das gesetzliche Minimum geht.

    vorsorge-schweiz-ueberobligatorisch-bvg

    Gesetzlich vs. überobligatorisch versichert – was macht das für einen Unterschied? In unserem Blogpost «Wie funktioniert die zweite Säule in der Schweiz?» finden Sie anschauliche Rechenbeispiele dazu. 


    Was sind die die verschiedenen Leistungen der beruflichen Vorsorge?

    Die Pensionskasse ist verpflichtet, neben der Altersrente auch folgende andere Leistungen zu versichern:

    • Pensionierung: die Pensionskasse zahlt eine Rente an die Versicherten. Die Höhe hängt vom angehäuften Kapital und vom Umwandlungssatz ab, welcher heute gemäss BVG 6,80 Prozent beträgt. Statt einer lebenslänglichen Rente können die Mitarbeitenden auch das ganze Kapital auf einmal beziehen. 
    • Dauernde Erwerbsunfähigkeit: die Pensionskasse zahlt eine Invalidenrente an die Versicherten.
    • Todesfall: die Pensionskasse richtet den Hinterbliebenen (Ehepartner, Kinder, eingetragene Partner) eine finanzielle Leistung aus. In diesem Fall spricht man von Witwen- oder Waisenrenten.


    Wie berechnen Sie die persönliche Altersrente aus der beruflichen Vorsorge?

    In der Pensionskasse wird im Unterschied zur ersten Säule für alle Versicherten ein individuelles Alterskapital angespart und verzinst. Bei der Pensionierung rechnet man den angesparten Betrag mit dem Umwandlungssatz um. Momentan beträgt der BVG-Umrechnungsfaktor 6,80 Prozent. Die Formel lautet also:

    formel-umrechung-berufliche-vorsorge


    Wie funktioniert der Umwandlungssatz (UWS)?

    Stellen Sie sich eine Wassermelone vor, die in Schnitze geschnitten wird. Der Umwandlungssatz bestimmt die Dicke dieser Schnitze, die wir jährlich abschneiden dürfen. Je niedriger der Umwandlungssatz also ist, desto dünner werden die Schnitze und desto länger reicht die Wassermelone. Derzeit beträgt der Umwandlungssatz 6,80 Prozent. Das heisst, dass die Versicherten pro 100'000 Franken obligatorisches Altersguthaben eine jährliche Rente von 6'800 Franken erhalten. Längerfristig wird dieser UWS jedoch deutlich niedriger ausfallen als heute, denn einerseits bewegen sich die Nominalzinsen die 0 Prozent (oder sogar negativ) und zugleich nimmt die Lebenserwartung zu. Dies dürfte zu einer grossen Einbusse führen (vgl. Grafik).

    berufliche-vorsorge-umwandlung-in-rente


    Was passiert, wenn ich aus einer Pensionskasse austrete?

    Mitarbeitende, die das Arbeitsverhältnis beenden, müssen das angesparte Altersguthaben der beruflichen Vorsorge dem neuen Arbeitgeber überweisen. Findet eine Job-Pause statt, muss das Pensionskassenguthaben einer Freizügigkeitsstiftung überwiesen werden. Das bestehende Freizügigkeitsguthaben kann dabei gesplittet und auf zwei unterschiedliche Freizügigkeitsstiftungen überwiesen werden. Bei einer Selbstständigkeit kann das Vermögen auf dem Freizügigkeitskonto investiert werden. 


    Was passiert bei vorgezogener oder aufgeschobener Pensionierung?

    Frauen und Männer können nach Erreichen des regulären Pensionsalters weiter erwerbstätig bleiben, längsten bis zum 70. Altersjahr. Risikoleistungen für Tod und Invalidität kann aber nicht mehr versichert werden. Wer über das Pensionsalter arbeitet, muss weiterhin AHV bezahlen, sofern mehr als der Freibetrag von jährlich 16'800 bzw. monatlich 1'400 Franken verdient wird. Der Aufschub hat aber positive finanzielle Folgen. Neben der höheren Rente, kann man auch weiterhin in die dritte Säule a einzahlen. Wer es sich also finanziell leisten kann, sollte über einen Aufschub der Pensionierung nachdenken.

    Ab dem 58. Altersjahr besteht die Möglichkeit, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Es ist zu beachten, dass nach einer Frühpensionierung die Erwerbstätigkeit nicht wieder aufgenommen werden kann. Wer in Frühpension gehen möchte, muss sich über die finanziellen Folgen bewusst sein. Ein solcher Schritt ist nämlich nicht billig. Man muss die Einkommenslücke bis zur ordentlichen Pensionierung überbrücken. Am besten macht man das mit der privaten dritten Säule, die man ab fünf Jahre vor dem AHV-Alter beziehen kann. Eine günstigere Alternative wäre eine Teilpensionierung, wo man das Arbeitspensum schrittweise reduzieren würde.

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