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    Wie funktioniert die Säule 3a in der Schweiz?

    Mit einer eigenen Säule-3-Lösung kann jeder seine private Vorsorge selbst in die Hand nehmen. Die Einzahler machen sich unabhängiger von Pensionskassen und politischen Prozessen. Weil die ersten beiden Säule nicht meist mehr ausreichen wird es erst mit der privaten Vorsorge überhaupt möglich, seinen gewohnten Lebensstandard auch nach der Pensionierung halten zu können. Immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit und Dringlichkeit, in Eigenverantwortung zu sparen. Innerhalb der dritten Säule ist die Säule 3a eine äusserst interessante Sparform. 
     

    Zwei Sparmöglichkeiten innerhalb der dritten Säule

    • 3a: Gebundene Vorsorge, welche bis zur Auszahlung diverse Steuerprivilegien geniesst. Im Gegenzug ist die Verfügbarkeit dieser Gelder eingeschränkt. 
    • 3b: Freie Vorsorge. Hierbei handelt es sich um das Guthaben auf dem Lohnkonto, Sparkonto, Wertschriften wie Aktienanlagen oder auch die Immobilie. Anders ausgedrückt: Die Vermögenswerte, welche in der Steuererklärung zu deklarieren sind, ist die Säule 3b.

    Die Säule 3a – die dritte Säule im Schweizer Vorsorgesystem und Bestandteil der privaten Vorsorge – kann mehrere Zwecke erfüllen: Einerseits kann es als Sparform für dauernd selbstgenutztes Wohneigentum eingesetzt werden, andererseits aber auch zur Schliessung der Vorsorgelücken im Alter (oder auch Risikofall Invalidität/Tod) dienen. 
     

    Einzahlung in die Säule 3a

    Die Säule 3a ermöglicht es Erwerbstätigen, jährlich einen bestimmten Betrag für die Vorsorge zur Seite zu legen – dabei gibt es verschiedenen Lösungen (siehe weiter unten). Das angesparte Geld bleibt – mit gewissen Ausnahmen – bis zur Pensionierung blockiert. Dann wird es ausgezahlt und kann frei verwendet werden.

    Einzahlungen sind bis vor Erreichen des Pensionsalters möglich. Eine Frau kann also beispielsweise noch vor ihrem 64. Geburtstag den Maximalbetrag einzahlen und diesen Betrag danach gleich wieder beziehen – die Einzahlung bleibt in der Regel (kantonale Regelung) vom steuerbaren Einkommen trotzdem abzugsfähig. Die kantonale Regelung betrifft die Höhe der abzugsfähigen Einzahlung. Hier gibt es Kantone, welche den gesamten Betrag zulassen, andere begrenzen den Abzug auf das Nettoeinkommen, anderer wiederum berücksichtigen noch die Berufsauslagen.

    Arbeitnehmende, welche in der Regel über ihre Firma einer Pensionskasse angeschlossen sind, können jährlich den Maximalbetrag von 6’826 Franken einzahlen (Stand: 2020). Personen ohne Pensionskasse (zum Beispiel Selbstständige), dürfen 20% des jährlichen Erwerbseinkommen bis maximal 34’128 Franken einzahlen. Die maximalen Grenzwerte für die Einzahlungen werden jeweils jährlich vom Bund publiziert. 
     

    Vorteile der dritten Säule 3a

    Steuervorteil

    Der Vorsorgenehmer profitiert von Steuerersparnissen. Denn die jährlichen Einzahlungen sind in der Steuererklärung abzugsfähig und reduzieren das steuerbare Einkommen. Es reicht einfach den Betrag in die Steuererklärung einzufügen und die jährlichen Belege der eingezahlten Beträge der Steuererklärung beizulegen.

    Frei wählbarer Betrag

    Der Vorteil für jeden Vorsorgenehmer liegt in der Selbstbestimmung: Der einzuzahlende Betrag kann selbständig definiert werden, der einfach den Maximalbetrag nicht überschreiten darf. Zudem kann ein Vorsorgenehmer auch mal pausieren. Man ist also nicht verpflichtet, jedes Jahr eine Einzahlung zu tätigen. 

    Vorbezug Säule 3a

    Es gibt auch Möglichkeiten, um das Vermögen in der Säule 3a vorzubeziehen. Beispielsweise bei der Finanzierung eines dauernd selbstgenutzten Eigenheims oder bei der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit kann das Säule 3a Vermögen aufgelöst werden. Zudem können die Gelder in der Säule 3a bereits fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters bezogen werden.

    Rendite erzielen

    Grundsätzlich können Säule-3a-Sparer ihr Geld entweder auf ein Säule-3a-Konto, in eine Säule-3a-Wertpapierlösung oder in eine Versicherungslösung einzahlen. Bei Letzterer ist die traditionelle Sparform wie auch das Wertschriftensparen möglich. Die Mehrheit der Schweizern lassen das Geld auf dem Säule-3a-Konto brachliegen, obwohl es sich bei einem langen Anlagehorizont lohnen würde, das 3a-Geld in Aktienfonds zu investieren. Auf der Bank frisst die Teuerung die so schon magere Rendite. Real betrachtet, also Zinssatz minus Teuerung/Inflation, ist eine Kontolösung ein Verlustgeschäft. Bei der Säule 3a gibt es glücklicherweise die Möglichkeit, Anlagen zu tätigen und mehr Rendite zu erzielen. Dies lohnt sich dank Zinseszinseffekt vor allem bei einem langen Anlagehorizont. 

    Aktien statt 3a-Sparkonto

    Es macht im heutigen Zinsumfeld Sinn, statt das Geld brach auf dem Konto zu lassen, dieses in Aktien zu investieren. Wer sein Vorsorgegeld in eine Säule-3a-Wertpapierlösung investiert, profitiert von den Renditen, welche die sicheren Staatsobligationen und die erstklassigen Aktien regelmässig ausschütten. Für den langfristigen Erfolg einer Geldanlage sind eben genau diese Renditen der Wertpapiere ein entscheidendes Erfolgskriterium. Denn die ausbezahlten Zinsen und Dividenden werden in einer Wertpapierlösung automatisch wieder investiert. Und auf diesem neu generierten Vermögen wird am Ende einer Periode wieder eine Rendite gutgeschrieben. Und davon profitiert der Vorsorgenehmer überproportional. Das Stichwort dazu heisst Zinseszinseffekt. Albert Einstein bezeichnete diesen Effekt als achtes Weltwunder. Er sagte: «Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.»

    Konkret geht es darum: Wer heute 50’000 Franken in Aktien investiert und von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von fünf Prozent ausgeht, verfügt nach 20 Jahren über ein Vermögen von 132'000 Franken. Nach 30 Jahren wäre es sogar über 216’000 Franken. Also je länger das Geld für den Vorsorgenehmer arbeitet, desto grösser wird die Summe, die am Ende herauskommt. Kein Wunder, dass das Zahlengenie Albert Einstein von diesem Zinseszinseffekt angetan war. Probieren Sie unsere
    3. Säule Rechner, um verschiedene Szenarien mit grösseren und kleineren Aktienanteilen zu simulieren. 

    Auszahlung der Säule 3a

    Das Kapital in der Säule 3a ist bis fünf Jahre vor der AHV-Auszahlung blockiert und kann dann bis hin zur Pensionierung bezogen werden. Wer jedoch über das ordentliche Rentenalter hinaus arbeitet, kann den Bezug bis um maximal fünf Jahre hinausschieben.

    Ein 3a-Konto oder 3a-Depot kann nach der Pensionierung nicht schrittweise ausbezahlt, sondern muss auf einmal vollständig aufgelöst werden. Dabei kommt eine Kapitalauszahlungssteuer zur Anwendung.

    Beziehen Ehepaare oder eingetragene Partner ihre Säule-3a-Vorsorgegelder im gleichen Steuerjahr, werden die Beträge zusammengezählt und als Gesamtbetrag besteuert (kantonale Ausnahmen möglich).

    Eine vorzeitige Auszahlung der Säule 3a ist beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum, für die Rückzahlung (Amortisation) einer Hypothek (sofern diese auf einem dauernd selbstgenutzten Wohneigentum beansprucht ist und die Person einen Eigentumsanteil hat), beim endgültigen Umzug ins Ausland, bei Invalidität oder bei Selbstständigkeit möglich. 


    Verschiedene Möglichkeiten mit dem Sparen 3a 

    Der jährliche Betrag wird auf ein Bankkonto, ein Anlagedepot oder in eine Lebensversicherungspolice einbezahlt. Es bestehen keine gesetzlichen Limiten, wie viele Vorsorgekonten oder Vorsorgedepots 3a die Kunden haben dürfen. Es hat sich in der Praxis erwiesen, dass zwei bis drei Vorsorgekonten ideal sind. Der Hauptgrund für die Aufteilung der privaten Vorsorge auf mehrere Vehikel liegt darin, dass jedes Konto einzeln zeitlich gestaffelt aufgelöst werden kann. Dadurch kann – je nach Kanton – die einmalige Steuerbelastung auf der Auszahlung reduziert werden: Beim Bezug von Vorsorgegeldern aus der Säule 3a fällt eine einmalige Einkommenssteuer (umgangssprachlich: Kapitalleistungssteuer) an. Bei progressiver Tarifanwendung fällt diese Steuer höher aus, je höher die einzelne Auszahlung ist. Wenn also beispielsweise im Jahr 2020 100'000 Franken und 2021 nochmals 100'000 Franken bezogen werden, ist das in der Regel günstiger als wenn im Jahr 2021 auf einmal 200'000 Franken bezogen wird. 


    Wann soll ich mir Gedanken zur freiwilligen Vorsorge machen?

    Ursprünglich war es die Absicht, mit den Leistungen aus der ersten und zweiten Säule insgesamt 60% des letzten Bruttolohnes als Rente zu erhalten. Um die Fortführung des gewohnten Lebensstandards im Alter zu sichern, sind aber nicht nur 60%, sondern ungefähr 80% des letzten Bruttolohns nötig. Liegt der Rentenbetrag unter 80%, spricht man von einer «Vorsorgelücke». Diese können Sie mit unserem 3. Säule Rechner ausrechnen. 

    Vorsorge klingt für junge Erwachsene zwar nach ferner Zukunft. Finanziell ist diese Zukunft aber näher als man denkt. Es lohnt sich darum, die private Vorsorge schon in jungen Jahren in die Hand zu nehmen und langfristig vom Zinseszinseffekt profitieren. 

    Grundsätzlich kann man in die Säule 3a einzahlen, sobald ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt wird. Das gilt bereits ab der Berufslehre, einem bezahlten Ferienjob, einer Festanstellung oder einer selbständigen Arbeit. Gesetzlich sind Arbeitnehmende verpflichtet, ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres (also im 18. Lebensjahr) AHV-Beiträge zu entrichten. 

    Da in den jungen Jahren die steuerbaren Einkommen in der Regel relativ gering sind – erst recht bei Lehrlingen –  ist die Steuereinsparung einer Einzahlung im 3a sehr bescheiden (weil die Progression sehr gering ist). Diesen Leuten ist alternativ zu empfehlen, im 3b ein reines Aktienportfolio aufzubauen. Somit haben sie zwar die geringe Steuereinsparung der Einzahlung nicht, dafür aber auch keine einmalige Kapitalleistungssteuer bei der späteren Auszahlung.

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